Foodtruck auf dem Campingplatz: rentabel in 7 Schritten
Ein Campingplatz gehört zu den am meisten unterschätzten Stellplätzen für einen Foodtruck: ein festes Publikum von April bis Oktober, kaum Konkurrenz und deutlich niedrigere Stellplatzgebühren als auf einem Festival. Rentabel wird es aber erst mit den richtigen Vereinbarungen und einer ehrlichen Kalkulation. So gehen Sie es an.
Kurz zusammengefasst:
- 1. Campingplatz und Gäste analysieren
- 2. Finanzielle Vereinbarungen mit dem Betreiber treffen
- 3. Die richtigen Genehmigungen einholen (weniger als Sie denken)
- 4. Den passenden Foodtrailer wählen
- 5. Ein campingtaugliches Menü zusammenstellen
- 6. Den besten Platz auf dem Gelände wählen
- 7. Aufbau und Arbeitsabläufe optimieren
1. Campingplatz und Gäste analysieren
Besuchen Sie den Campingplatz, bevor Sie etwas vereinbaren. Schauen Sie, wer dort steht: Familien mit kleinen Kindern, aktive Radfahrer oder Dauercamper? Fragen Sie den Betreiber nach der Auslastung pro Monat und nach den Spitzenwochen. Ein Platz mit 300 Parzellen und 80 % Auslastung im Juli ist ein völlig anderes Geschäft als ein ruhiger Naturcampingplatz mit 60 Stellflächen.
Prüfen Sie auch, was es bereits gibt. Hat der Platz ein Restaurant oder einen Imbiss, konkurrieren Sie damit — besetzen Sie dann eine Lücke: Frühstück, frische Pizza, Kaffee. Gibt es nichts, sind Sie das einzige Essensangebot vor Ort. Das ist die stärkste Ausgangsposition überhaupt.

2. Finanzielle Vereinbarungen mit dem Betreiber treffen
Hier entscheidet sich, ob Ihr Foodtruck rentabel wird. Die üblichen Modelle: eine feste Stellplatzgebühr, eine Umsatzbeteiligung oder eine Kombination. Zum Vergleich: Festivals verlangen schnell 300 bis 500 € Standgebühr pro Tag oder 30 bis 60 % vom Umsatz. Ein Campingplatz liegt fast immer deutlich darunter — vor allem, wenn Sie das erste Essensangebot auf dem Gelände sind. Denn Sie bringen dem Betreiber ebenfalls etwas: einen Service für seine Gäste, ohne dass er selbst investieren muss.
Vereinbaren Sie außerdem: Öffnungstage und -zeiten, die Vertragsdauer (Saison oder monatsweise), Exklusivität (kommen weitere Trucks dazu?) und was in einem verregneten Sommer gilt. Fragen Sie auch nach gemeinsamer Werbung: eine Erwähnung auf der Website des Platzes, in der Willkommensmail und an der Rezeption kostet nichts und bringt vom ersten Tag an Kundschaft.

3. Die richtigen Genehmigungen einholen (weniger als Sie denken)
Die gute Nachricht: Ein Campingplatz ist Privatgelände. Eine Sondernutzungserlaubnis gilt für öffentliche Flächen — auf Privatgelände mit Zustimmung des Eigentümers brauchen Sie sie in der Regel nicht. Die Vorschriften unterscheiden sich jedoch je nach Kommune, prüfen Sie das also immer vor Ort. In Österreich (Gewerbeberechtigung) und der Schweiz (kantonale Vorschriften) gelten eigene Regeln — klären Sie diese frühzeitig.
Was Sie in Deutschland immer brauchen: eine Gewerbeanmeldung, die Registrierung als Lebensmittelunternehmen bei der zuständigen Lebensmittelüberwachung, ein Hygienekonzept nach HACCP und die Erstbelehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz beim Gesundheitsamt. Möchten Sie Alkohol ausschenken, gelten je nach Bundesland zusätzliche Erlaubnispflichten — planen Sie für Anträge mehrere Wochen Vorlauf ein.

4. Den passenden Foodtrailer wählen
Für einen Campingplatz muss Ihr Trailer nicht groß sein – er muss nur komplett ausgestattet sein. Ein kompakter Multiwagon Eco Food Trailer (oft auch Imbisswagen genannt) passt auf nahezu jeden Stellplatz und lässt sich selbst ziehen. Das ist praktisch, wenn Sie mehrere Standorte kombinieren. Richten Sie die Ausstattung nach Ihrem Menü aus: Pizzaofen, Fritteuse, Kühlung oder Kaffeemaschine.
Kaufen oder Financial Lease? Kaufen ist langfristig günstiger; Financial Lease hält Ihre Anfangsinvestition niedrig — genau richtig, wenn Sie zunächst eine Saison auf einem Campingplatz testen möchten. Einen neuen Foodtrailer gibt es bereits ab 9.450 €, und ab Lager stehen Sie noch in dieser Saison auf dem Platz.

5. Ein campingtaugliches Menü zusammenstellen
Campinggäste suchen etwas anderes als Festivalbesucher: bezahlbar, vertraut und für die ganze Familie geeignet. Arbeiten Sie mit einer kurzen Karte: ein Snack für zwischendurch, eine vollwertige Abendmahlzeit und eine kinderfreundliche Option. Regionale Produkte kommen gut an und geben Ihnen eine Geschichte.
Denken Sie in Essensmomenten. Der Abend ist Ihr Kerngeschäft, aber frische Brötchen und Kaffee am Morgen sind ein zweiter Umsatzmoment, den kaum jemand besetzt. Passen Sie das Angebot der Saison an: Eis und kalte Getränke im Sommer, Suppen und warme Gerichte in der Vor- und Nachsaison. Themenabende (Pizzafreitag, BBQ-Samstag) geben den Gästen einen Grund wiederzukommen.

6. Den besten Platz auf dem Gelände wählen
Der Standort auf dem Campingplatz selbst bestimmt einen großen Teil Ihres Umsatzes. Suchen Sie die Laufwege: an der Rezeption, am Pool, am Spielplatz oder auf dem Weg zu den Sanitäranlagen. Gäste, die vom Strand oder von einer Radtour zurückkommen, müssen Ihren Trailer sehen — und riechen.
Prüfen Sie die praktische Seite: Gibt es einen Stromanschluss mit ausreichend Leistung, sauberes Wasser und einen Abfluss? Ohne diese drei läuft der Betrieb nicht rund. Nehmen Sie das in die Vereinbarung mit dem Betreiber auf (Schritt 2).

7. Aufbau und Arbeitsabläufe optimieren
Rentabel sein heißt auch: in denselben Spitzenstunden mehr verkaufen. Richten Sie Ihren Trailer so ein, dass die meistgenutzten Geräte und Zutaten griffbereit sind. Bereiten Sie in ruhigen Stunden vor — schneiden, portionieren, Saucen —, damit Sie im Abendgeschäft nur noch fertigstellen und ausgeben.
Denken Sie auch an den Außenbereich: eine klare Warteschlange, eine separate Ausgabestelle und ein paar Tische mit Stühlen. Gäste, die sitzen bleiben, bestellen häufiger ein zweites Getränk.

Rechenbeispiel: Wann ist ein Foodtruck auf dem Campingplatz rentabel?
Eine Richtrechnung für einen mittelgroßen Campingplatz in der Hochsaison:
| Artikel | Indikation |
|---|---|
| Gäste auf dem Platz | 250 |
| Anteil, der bei Ihnen kauft | 20–30 % |
| Durchschnittlicher Bon | €12 |
| Tagesumsatz | 600–900 € |
| Wareneinsatz (±33 %) | -200 € bis -300 € |
| Abgabe an den Platz (je nach Vereinbarung) | −60 € bis −135 € |
| Bruttogewinn pro Tag | ±340 €–465 € |
Davon gehen noch Ihre Fixkosten ab: Versicherungen, Genehmigungen, Wartung und Abschreibung oder die Rate der Financial Lease — rechnen Sie mit etwa 1.200 bis 2.000 € pro Monat. Bei 22 Verkaufstagen im Monat sind das 55 bis 90 € pro Tag. Der Rest bleibt bei Ihnen. Faustregel: Kennen Sie den Mindest-Tagesumsatz, bevor Sie eine Vereinbarung unterschreiben — und rechnen Sie auch eine Schlechtwetterwoche durch.

So überbrücken Sie die Nebensaison
Die Campingsaison läuft grob von April bis September; Ihre Kosten laufen zwölf Monate. Rentable Foodtruck-Unternehmer kombinieren deshalb: der Campingplatz als stabile Basis in der Saison, ergänzt um Firmencatering, Hochzeiten und Events in den Randmonaten. Im Winter steht der Trailer im Lager — planen Sie die Wartung dann, nicht im Mai.
Wie finden Sie Campingplätze, die offen für einen Foodtruck sind?
Rufen Sie Campingplätze in Ihrer Region an oder schreiben Sie ihnen, und erklären Sie Ihren Mehrwert: Essen für die Gäste, ohne dass der Betreiber in Küche oder Personal investieren muss. Plätze ohne eigene Gastronomie sind am aussichtsreichsten. Ein persönlicher Besuch mit Fotos Ihres Trailers und Ihrer Karte wirkt besser als jede Mail.
Sie betreiben selbst einen Campingplatz? Drehen Sie es um
Immer mehr Campingplatzbetreiber stellen selbst einen Foodtrailer oder Gastro-container auf: ein vollwertiges Essensangebot ohne Restaurantinvestition und ohne festes Küchenpersonal. Vermieten Sie ihn an einen Unternehmer oder betreiben Sie ihn in der Hochsaison mit eigenem Team.
So hilft Multiwagon
Multiwagon baut jährlich rund 600 Foodtrucks und -anhänger für Unternehmer in ganz Europa – von kompakten Einsteigermodellen bis hin zu komplett individuell gefertigten Fahrzeugen. Über 5.000 Kunden vor Ihnen haben uns bereits genutzt und bewerten uns mit 9,2 von 5 Sternen. Sie sind sich bezüglich Größe, Ausstattung oder Kauf bzw. Leasing noch unsicher? Vereinbaren Sie eine kostenlose Beratung oder besuchen Sie eines unserer Experience Center in Holten (NL), Hannover (DE), Valencia (ES) oder Cazères-sur-l'Adour (FR). Sehen Sie sich unsere verfügbaren Fahrzeuge an oder berechnen Sie Ihre monatliche Rate mit unserem Leasingrechner.
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Häufig gestellte Fragen
Wie kann ich Campingplatzgäste für meinen Imbisswagen gewinnen?
Sichtbarkeit, Geruch und Routine sind wichtig. Bieten Sie Werbung entlang einer Wanderroute an, lassen Sie sich vom Campingplatz auf dessen Website und in den Willkommensinformationen präsentieren und veranstalten Sie feste Themenabende, damit die Gäste wissen, wann sie Sie finden können.
Wie lange dauert die Campingsaison?
Die Hauptsaison dauert von April bis September, mit Juli und August als Höhepunkt. Ganzjährig geöffnete Campingplätze bieten auch in der Nebensaison zusätzliche Möglichkeiten – passen Sie einfach Ihre Mahlzeiten entsprechend an.
Kann ich meinen Imbisswagen an mehreren Campingplätzen einsetzen?
Ja. Da Sie selbst einen Anhänger ziehen, können Sie unter der Woche auf einem Campingplatz und am Wochenende auf einem anderen übernachten. Das minimiert das Risiko und ermöglicht es Ihnen, mehrere Spitzenzeiten zu nutzen.
Wie viel verdient ein Imbisswagen auf einem Campingplatz?
Als Anhaltspunkt: Auf einem mittelgroßen Campingplatz sind in der Hochsaison Tageseinnahmen von 600 bis 900 € möglich. Ihr tatsächlicher Gewinn hängt von Ihren Warenkosten, Ihrem Vertrag mit dem Campingplatz und Ihren Fixkosten ab – rechnen Sie daher immer vorher genau nach.
Was kostet ein Stellplatz auf einem Campingplatz?
Das ist die Vereinbarung, die Sie mit dem Veranstalter treffen: eine feste Gebühr, eine Umsatzbeteiligung oder eine Kombination aus beidem. In fast allen Fällen zahlen Sie weniger als auf Festivals, wo 300 bis 500 Euro pro Tag oder 30 bis 60 % der Einnahmen üblich sind.
Benötige ich eine Straßenhandelslizenz für einen Imbisswagen auf einem Campingplatz?
In der Regel keine Sondernutzungserlaubnis: Die gilt für öffentliche Flächen, ein Campingplatz ist Privatgelände. Prüfen Sie dennoch die kommunalen Vorschriften. Immer erforderlich sind Gewerbeanmeldung, die Registrierung als Lebensmittelunternehmen, ein HACCP-Konzept und in Deutschland die Erstbelehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz.
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